Wir können nicht verhindern, dass Frauen eine Fehlgeburt erleben, aber wir können beeinflussen, wie selbstbestimmt sie damit umgehen kann: nämlich durch Aufklärung und Wissensvermittlung.
Natascha Sagorski & Daniela Nuber-Fischer
Wenn wir so viel über Fehlgeburten sprechen oder eine Broschüre darüber ganz offen auslegen, dann macht das jungen Frauen Angst, so dass sie erst gar nicht schwanger werden.
Das ist oft die Argumentation die wir hören, wenn wir eine umfassende und frühe Aufklärung über Fehlgeburten fordern.
Ich sehe: dass Wissen stark macht, dass es selbstbestimmt macht. Ich erlebe in Interviews, Recherchen und Studien immer wieder junge Frauen, die sagen, „wie gut, dass ich mich damit beschäftigt habe, obwohl ich noch nicht mal einen Kinderwunsch habe- jetzt fühl ich mich viel sicherer“. Und sie sind oft erschüttert, dass sie bisher davon nichts wussten.
Es geht nicht um Angst, sondern um Bescheid wissen über ganz konkrete Abläufe.
🌟Warum passiert eine Fehlgeburt ?
🌟Was sind Gründe dafür, die ich auch einfach selbst nicht beeinflussen kann?
🌟Welches Vorgehen ist möglich, wenn da kein Herzschlag mehr ist?
🌟Was passiert genau im Körper bei einer Kleinen Geburt?
🌟Welche Rechte habe ich und welche Gefühle tauchen dann möglicherweise auf?
🌟Wird mein Kind beerdigt, wenn ich eine OP hatte?
🌟Wo kann ich mir Unterstützung suchen?
Wir können nicht verhindern, dass eine Fehlgeburt passiert - aber wir können beeinflussen, wie wir damit umgehen.
Es ist so wichtig, dass wir Frauen Wissen und Informationen an die Hand geben, damit sie so selbstbestimmt wie möglich in dieser Situation handeln können. Wir hören immer wieder, dass mit der Diagnose „da ist kein Herzschlag mehr“ die Eltern mit buchstäblich leeren Händen aus der Praxis entlassen werden, weil es kein Informationsmaterial gab. Das soll sich mit dieser Broschüre wenigstens für München ändern.
✨ Überblick über die Themen:
Ich durfte diese Broschüre im Rahmen meiner Tätiigkeit in der Sternenkindersprechstunde realisieren. Dabei unterstütze das Münchener Sternenkindnetzwerk , sowie Hebammen und Gynäkologinnen, die den Inhalt auf medizinische Richtigkeit geprüft haben:
Die Aufklärungsbroschüre zu „Früher Fehlgeburt“ findet ihr online unter www.hausderfamilie.de/fehlgeburt
Seit September 2024 gibt es ein SK2 Leitlinie „Früher Schwangerschaftsverlust im 1. Trimenon, die dafür sorgen soll, dass alle Frauen bei der Diagnose Fehlgeburt, bzw. "Missed Abortion" eine einheitlich Diagnostik und Versorgung erhalten. In dieser Leitlinie ist auch ganz explizit vorgesehen, dass die Ärtzin oder der Arzt ganz neutral und offen über alle Möglichkeiten beraten soll, die im Fall einer Diagnose Missed Abortion möglich sind und dann gemeinsam mit der Patientin die individuell passende Vorgehensweise wählen soll:
Ziel ist immer, körperliche und seelische Belastungen so gering wie möglich zu halten und Raum für einen behutsamen Umgang mit dem Verlust zu schaffen.
Die Leitlinie ist im „Leitlinienregister“ der AWMF abrufbar
Für Patientinnen gibt es auch ein eigenes Informationsblatt „Frühe Fehlgeburt (Abort) – Informationsblatt für Patientinnen“, das auf die Leitlinie Bezug nimmt.
